Am 18.Februar 2011 saß ich auf unserer Terrasse, es war ein ungewöhnlich warmer Tag. Ich hatte im Netz einen "Weihnachtskrimi-Regionalwettbewerb" gefunden, bei dem man Kurzkrimis mit regionalem Bezug einstellen konnte. Die Seite hieß "Neobooks" und war noch recht neu. Es war eine Art Bücherbewertungscommunity, aber es steckte noch mehr dahinter: Neobooks war ein Experiment des Verlags Droemer Knaur! Der Verlag meiner Lieblingsautoren Douglas Preston und Lincoln Child in Deutschland. Ich musste einfach an diesem Wettbewerb teilnehmen. 

Im Gegensatz zu vielen meiner Autorenkolleginnen/-kollegen hatte ich aber nicht dutzende von Geschichten in der Schublade, aus denen ich eine dafür auswählen konnte. Zu dieser Zeit hatte ich gerade mal zwei Romane angefangen und ein Jugendbuch. Es gab aber eine Kurzgeschichte, die ich mal für mich selbst geschrieben hatte. Protagonist war ein Weihnachtsbaum namens Tom. Mehr Weihnachtsbezug ging ja wohl nicht. Ich habe die Geschichte dann auf Münster, meine Heimatstadt "regionalisiert" und in den Texteditor bei Neobooks eingegeben. Dann habe ich auf "Veröffentlichen" gedrückt und nach der Bestätigung schnell den Laptop zugeklappt. Und den Kopf geschüttelt. Was hatte ich getan? Wer sollte so eine Geschichte gut finden? Ein Weihnachtsbaum, der sprechen und laufen kann und seine Freundin vor einem Kettensägenkiller retten will. Ich musste verrückt sein.

Ein paar Tage traute ich mich nicht, nachzusehen. Wenigstens hatte ich die Geschichte unter Pseudonym geschrieben. Dann siegte die Neugier. Das Erste, was ich sah, war eine FÜNF-Sterne-Rezension! Ich war erschüttert. Damit hatte ich nicht gerechnet. "Bis das Harz gefriert" hat es dann gerockt und in die Anthologie "Mörderische Weihnacht überall" geschafft", die sich seitdem zu einem kleinen Weihnachtsklassiker entwickelt hat.

So fing das mit dem Schreiben bei mir an. Hätte jemand die Geschichte verrissen, ich weiß nicht, ob ich weiter gemacht hätte. Danke nochmal an alle Rezensenten an dieser Stelle!

"Charons letzte Fahrt" war eigentlich ein Wettbewerbsbeitrag, hat aber nicht gewonnen. Enttäuschung, Schmerz, Verzweiflung, aber dann die Mail "Hätten Sie nicht Lust, eine eigene Satirereihe zu veröffentlichen?" 

Wie jetzt? REIHE? Ich konnte selbst entscheiden, was ich raushaue? Nach einer kurzen Bewusstlosigkeit habe ich zugesagt. Charon war die erste Geschichte, die wirklich viele Leser begeistert hat. Was mich wiederum begeistert hat. Zusammen mit allen anderen Geschichten der "Lachfaltenmanufaktur" habe ich gerade im Sammelband "Alles von mir" "Charon II - die nächste Fahrt geht rückwärts" veröffentlicht. Und Charon wird noch weiterfahren. Zusammen mit Teil drei wird es eine Charon-Gesamtausgabe geben. 

Nachdem ich in "Bis das Harz gefriert" einen Weihnachtsbaum und einen betrunkenen Karpfen als Haupt-"Personen" erfunden hatte, waren es in "Konrad" ein deprimierter Goldfisch, eine alkoholsüchtige Katze und eine Fee, die nur eins im Kopf hat - nämlich die Welt zu vernichten. Aber da muss sie erst mal an Goldfisch Konrad und der ewig betrunkenen Katze "Tintenpfötchen" vorbei ...

Mit "Hobby Land - Baumarkt des Grauens" entfernte ich mich etwas von der Satire und näherte mich dem Genre Krimi/Thriller an. Klar, dass trotzdem kein Auge trocken bleibt. Im Hobby Land - Baumarkt geschehen merkwürdige Dinge, Angestellte werden verletzt, Finger abgesägt und eine Kundin verschwindet spurlos. Azubine Helena, Kommissar Hektor Wolfff (ja, mit drei "fff") und die Mitarbeiter des Baumarkts kommen einem alten Geheimnis auf die Spur. Vielleicht hätte man den Baumarkt besser nicht über den Resten des Friedhofs einer berüchtigten Irrenanstalt bauen sollen ...

Die nächste Kurzgeschichte war ein etwas ungewöhnliches Ratgeberbuch. Stress haben wir ja alle, aber wer hat die Zeit, ihn zu genießen? 

Technik die begeistert? Nicht im Futurehome, dem Haus der Zukunft, in dem alles automatisch funktioniert.